Hightatras:
In der Dienststelle
Meinen Lohn verdiene ich mit dem Betrachten von geplanten Fernsehprogrammen. Die schlecht bezahlte Tätigkeit besteht darin, daß ich, die Sendungen betreffende Fragebögen ausfülle. Blicke ich, vom Fernsehen und Ankreuzen gelangweilt, aus dem Fenster meines Arbeitsraumes der im dritten Stock eines Vortstadthauses gelegen ist, so sehe ich das ältere Ehepaar aus der Einliegerwohnung im Erdgeschoß. An der Decke über mir summt und knackst eine bläulichweiße Neonröhre; die Räume sind, wie die Verwaltung angibt, aus technischen Gründen vollklimatisiert. Der Mann, den ich durch das Fenster beobachte, zerrt, mit seiner Frau lautlos streitend, einen schäbig gewordenen beigefarbenen Teppichboden auf die vor dem Haus gelegene Rasenfläche. Mehr
Thematischer Schwerpunkt: »Schlaf« |
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Normalzeit
Aus dem Dunkel des Werksgeländes läuft eine schwarzweiße Katze. Nasser Wind klebt müdes Laub in Nischen aus Beton. Spitze Schritte, im flachen Lichtkegel zögerlich. Entfernt schlägt eine Autotür. Bewegte Schatten sind zarte Schulterblätter aus Fell. Tropfend glänzt eine vergilbte Laterne im Zinkblech.
Thematischer Schwerpunkt: »Umfeld« |
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Cirrocumulus stratiformis

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Thematischer Schwerpunkt: »Witterung« |
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Das Verschwinden der Laufwerks-Schublade
Im wesentlichen strahlt der neue Computer verhaltene Eleganz aus. Beispielsweise ist das Gerät überwiegend mit Tasten ausgestattet, die über einen gut gewählten Druckpunkt verfügen und so dem Benutzer ein angenehmes Feedback bezüglich seiner Interaktionsmaßnahmen an die Druck ausübenden Fingerspitzen senden. Mit ausschlaggebend für den Kauf des Rechenapparates war jedoch ein mutmaßlich verbesserter Lüfter. Tatsächlich, der miniaturisierte Ventilator haucht zunächst lediglich ein wenig kühlenden Odem auf den arbeitenden Prozessor. Werden nun in dem Computer raffinierte Programme ausgeführt, die dem Gerät kompliziertere Rechenleistungen abverlangen, so schwillt langsam das Lüftergeräusch ein wenig an. So als würde man in einem komplett mit Isolierfenstern ausgestatteten Raum sitzen und hinausschauend Zeuge einer vielleicht 100m entfernten Heuschreckenschwarmpassage werden. Sind die kniffligsten Rechenaufgaben bewältigt, so verebbt das Rauschen merklich, der Schwarm zieht weiter. Sicherlich Fuzzy-Logic. Muhende oder gar weinende Geräusche des Prozessors, wie im Internet berichtet, blieben bislang aus. Mehr
Thematischer Schwerpunkt: »Apparate« |
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Zur Verwendung von Capsicum chinense in Pizzaölen
Pikantes Gewürzöl wird in renommierten Restaurants als letzter Arbeitsschritt aus einer geeigneten Flasche, oft mit metallener Tülle, auf die vor Hitze dampfenden und brodelnden Käseoberflächen just dem Ofen entnommener Pizzas pizze aufgebracht. Bei Tisch, dem Gusto des Gastes gemäß, oder in geringer Menge bereits in der Küche, dort in einer scheinbar nachlässigen Bewegung aus dem Handgelenk. Das Ergebnis entspricht in etwa der Form der Zahl sechs, wobei der aus der Drehung herausführende Endstrich der annähernden Ölsechs dem Moment in der Drehbewegung entspricht, in dem die Ölflasche recht zügig wieder in eine senkrechte Position gebracht wird, um somit ein tropffreies Abreißen des niedrigviskosen Ölstromes zu erreichen. Die zentrale Aufgabe eines speziellen Pizzaöles besteht zweifelsohne in der Erzeugung von Schärfe im Sinne der Scoville-Skala; ein durch den Pharmakologen Wilbur L. Scoville entwickeltes Meßverfahren, welches die Schärfegrade der verschiedenen Paprikafrüchte untersucht und das Ergebnis in sogenannten Scoville-Graden (kurz scu) darstellt und somit vergleichbar macht. Die von mir verwendeten Capsicum chinense liegen bei 300000 scu, wobei Gemüsepaprika 0-10 scu aufweist und das in der Selbstverteidigung zum Einsatz kommende sogenannte Pfefferspray einen Wert von 5300000 scu. (Reines Capsaicin liegt übrigens bei 16000000 scu).
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Thematischer Schwerpunkt: »Haushalt« |
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Den Hut lüften
Um zwanzig Uhr herrscht in der von Indern geführten Gaststätte Stoßzeit, daher werden meine Bekannte und ich diesmal am einzigen noch freien Tisch im Zentrum des Etablissements plaziert. Nicht wie sonst am frei gewählten Fenstertisch. Ein Platz, der sich entgegen ursprünglicher Erwartung als goldrichtig entpuppen sollte. Nicht nur, daß der kreisrunde Tisch aus poliertem Kirschholzimitat über ein praktisches, in die Tischplatte eingelassenes Speisenkarussell verfügt, welches den Verzehr eines opulenten Mahles ohne würdeloses über-den-Tisch-beugen ermöglicht, nein, man sitzt hier zudem vorzüglich, um von logenhafter Warte die anderen Gäste zu beobachten ohne als Voyeur angesehen zu werden. Im Vordergrund, die sechs bei Neulingen wohl begehrtesten Tische des Restaurants Fensterplätze dahinter, durch eine Glasscheibe geschieden, gleichsam im Mittelgrund, ein breites Trottoir mit hohem Fußgängeraufkommen. Den zwielichtigen Hintergrund bildet ein stetig rauschender Fluß aus Kraftfahrzeugen stadteinwärts, oben, auf maroden, gußeisernen Säulen, die in der Kurve quietschende Hochbahn. An den Fensterplätzen entweder Paare oder größere Gruppen. Die Paare unauffällig, die Dame redet, der Herr hört zu. An den Gruppentischen sitzt stets mindestens ein Gast, der das Gespräch dominiert, die Themen vorgibt, sich eindringlich Tischnachbarn zuwendet denen das Los des Zuhörers zuteil geworden ist, ihnen onkelhaft die Hand auf den Arm legt und ohne Unterlass redet. Eloquent, laut lachend, umfassend gebildet und von beispielloser Hartnäckigkeit. Intellektuelle Alphatiere, die die angenommene Führungsrolle in ihrer Bezugsgruppe durch das Bestellen aufmerksamkeitsheischender Gerichte noch zusätzlich betonen. Brutzelnde, dampfende, laut zischende, siedendes Öl versprühende Fleischpfannen werden von links gereicht, während der die Dienstleistung wenig würdigende Gast gerade durch ein überaus köstliches Bonmot brilliert. Mehr
Thematischer Schwerpunkt: »Passanten« |
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Lago Maggiore
Kurze Tunneldurchfahrten, für Sekunden ein Blick hinauf zu leeren Seilbahnen die im Nebel verschwinden, Dunkelheit, dann eingerahmt vom Zugfenster und triefenden, stahlnetzgebändigten Felsen am Bahndamm, hoch oben, schneebedeckt und sonnig: das Gotthard-Massiv, Dunkelheit und ein Tal dessen Himmel von einer Autobahnbrücke überspannt wird, in tiefsten Tiefen, an einem, Baumstämme mit sich reißendem Fluß, duckt sich verschüchtert ein Bergdorf. Dann ein langer Tunnel, die Architektur sieht plötzlich südländisch aus, in den Gärten wachsen Palmen neben schlanken Tessinerhäusern. Gewerbetreibende heißen nun Grassi oder Ferrari, der gleiche, dicke Schaffner spricht jetzt italienisch mit deutsch-schweizer Akzent. Mehr
Thematischer Schwerpunkt: »Reiseberichte« |
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Fremdenzimmer (Hotel Garni)
Allen Betrieben der Hotellerie ist die Beherbergungsleistung das Logement in unterschiedlicher Güte gemein. Ebenso das Frühstück als rudimentäre Küchenleistung, welche zusammen mit der Kellerleistung Abkömmlinge der Klasse der Verpflegungsleistungen sind. Eine Ausnahme in dieser Hinsicht bilden Sonderformen wie Kapselhotels oder Stundenhotels, die auf gastronomische Angebote gänzlich verzichten. Obwohl Pension und Hotel Garni die gleiche Verpflegungsleistung bieten nämlich nur Frühstück wird der Begriff Hotel Garni verwendet um eine gehobene Beherbergungsleistung des Hauses zu bezeichnen.
Thematischer Schwerpunkt: »Modelle« |
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