Hightatras:

Höllenmaschinen

Vorhin standen im nebligen Walde, in einer kleinen, von jahrhundertealten Eichen gesäumten Senke, einer Stelle, an der es sonst, vom jähen Ruf scheuer Waldvögel abgesehen, besonders ruhig ist, vier riesige schwarze Speziallastwagen im Schein roter Rundumlichter. Und ernste Arbeiter mit Funkgeräten; die märkische Scholle zerwühlt von breiten Reifenspuren. Am Bauch der vier Maschinen waren jeweils schwere Stahlplatten befestigt, die, von in den Maschinen sitzenden Arbeitern, vermittels Mechanik auf den Boden abgesenkt werden konnten, um so die Erde in kräftige Schwingungen zu versetzen. Ähnlich wie eine stationäre Dampframme hämmerten die Maschinen auf den Waldboden ein, einem künstlichen Erdbeben gleich. Infernalischer Lärm und zäher Dieseldunst, der durch hochaufragende und verchromte Schlote ausgestoßen die Sonne verfinsterte. Wäre ich nicht bereits hauptberuflich Luftikus mit Aszendent Playboy, handelte es sich hier um ein Berufsbild, daß mir zusagen könnte. Mit Verbrennungsmotoren allwerktäglich scheinbar sinnlosen Terror und Zerstörung zu verbreiten ist etwas reelles. Zumal wenn die Ausübung im Dienste einer übergeordneten Aufgabe steht, nämlich dem Wohle der Gesellschaft und einer weiteren Steigerung von Lebensqualität. Und die Arbeiter können um vier Uhr sicher heimkehren um Frau und Kinder in die Arme zu schließen, im Gegensatz zu Kampfhubschrauberpiloten in Afghanistan beispielsweise, die dort unten, im Sinne des Weltfriedens, Dörfer ausradieren durch den Einsatz intelligenter Waffensysteme. Deren Dienstplan ist mutmaßlich unregelmäßig, sowie Weib und heimischer Herd fern.

Demontage

Ein stählerner Dinosaurierkopf zerpflückt zögerlich tastend, aber schließlich energisch zuschnappend ein Haus. Die Trümmerhalde über die der spezielle Bagger vor und zurück malmt, liegt in scharfem Licht und ein Schlauch schlenkert Wasser durch die Luft gegen den Staub. Es hat sich eine Traube von Männern gebildet mit den Händen in den Taschen. Gebürstete Aluminiumbleche knautscht und nagt das Maschinenmaul mit transformerartigen moves herunter und lässt sie scheppernd und nachlässig in die Tiefe krachen. Schlägt mit Leichtigkeit, durch eine jähe seitliche Kopfbewegung, einen Stahlträger weg, und als der Mittelteil ächzend und wund zusammensackt, klatschen welche oder stecken sich Zigaretten an, wie bei einem futuristischen Stierkampf. Es war ein altes Haus, teilweise noch aus Ziegelsteinen gemauert, in dem zuletzt nur noch schlechte Geschäfte gemacht wurden. Von Prionen bevölkerte Fischbrötchen oder rosa Pumps, Talmischmuck und Handtaschen aus Plastik.

Selters vs. MacBook

Gestern zur Unzeit eine Flasche Mineralwasser umgekippt, die sich munter sprudelnd in die Tastatur und den Lüfter ergoss. Zack, schnell Batterie raus und den Heimcomputer energisch ausgeschüttelt sowie mit einem Handtuch betupft. Nach Neustart waren im unteren Teil des Monitors interessante Bläschen und mäandernde Mikrowasserströme zu beobachten. Einfach jede Menge CPU-Intensive Anwendungen gestartet, der Wärmeentwicklung wegen, Flackern und schreckliche Geräusche vom Feinsten sag ich mal so, aber nach einer Stunde war wider Erwarten alles wieder trocken und funktionstüchtig. Ächz.

Coke mit Marshmallows, Meister!

Und nun schwirrt ab ihr Rangen würde der Händler schmunzelnd sagen, mir nur halb zugewandt. Glace bald jeden Tag wo uns bloss Wassersuppe nährte. Man sagt Rechaudkerze hier wenn Hindenburglichter gemeint sind. Ich verlange Konfekt, das Beste was der Krauter führt. Vor den randgelben Fenstern der Auslage werden Gefangene vorbeigeführt, ausgemergelt, geschoren und in Ketten gelegt. In Gedanken werfe ich dem imaginären Verfolger einen Koffer entgegen. Prallte dieser auf den Komisskopp des zwergenhaften Widersachers, spränge der Deckel auf und eine Million in kleinen Scheinen flatterte durch die Luft — konfettigleich.
Brennend raste ein von Fanatikern gelenkter Geländewagen in die Fensterfront eines Flughafens entnehme ich schon schlaftrunken dem Internete und mich erfüllt bei der Lektüre ein Gefühl von Schnuppigkeit, sah ich doch Ähnliches bereits bei 24. Beachten Sie bitte jetzt auch jene Artikel, die — reich bebildert — beschreiben, wie es der glamourösen Hotelerbin hinter schwedischen Gardinen erging. Was geht heuer in Klagenfurz ist auch so ein Thema.

Die Bezirksverwaltung

Krachend flog die Tür der Bezirksverwaltung auf und der Leiter des Industriekombinats stampfte mit eisenbeschlagenen, pudschweren Stiefeln durch den Flur. Er war schon am frühen Morgen voll wie ein Eimer und schwankte mit seinem mächtigen Leib voran wie ein Panzerkreuzer im Nordmeer. An der Stirnseite des Flures hatte der Trunkene Halt gemacht und ballte seine behaarte Pranke zu einer öligen Faust um damit an die dort befindliche Türe zu donnern, das drinnen das gerahmte Bild des Vorsitzenden an der Wand klapperte. Jiri Kobel, dem dieser Raum als Büro zugewiesen worden war, hatte sich von seinem Schreibtisch erhoben, die Lesebrille neben die Wochenberichte gelegt und war seine Schläfen massierend an das kleine Fenster getreten. Schlammig und träge mündete unten die Dwina in das weiße Meer. Kobel ahnte was nun kommen würde, als es erneut und mit Nachdruck an die Türe pochte.

Die Tartarenbluse, was bisher geschah

Eine unruhige Menge erwartet vor einem Beherbungsbetrieb der gehobenen Kategorie das Erscheinen von Justin Timberlake, dessen Absteigen hier als gewiss gilt. Frenetisches Kreischen — zum Teil unter Tränen hervorgepresst — brandet unter den Verehrerinnen auf, als ein mutmaßlich den nordamerikanischen Schlagersänger bergendes Kraftfahrzeug ins Zentrum der Szenerie gleitet. Schwarz, recht glänzend und mit finster getönten Scheiben; zweifelsfrei ein Wagen mit allen Schikanen. (Fernsehapparat, Sektkühler usw) Währenddessen 6970 Kilometer weiter ostwärts: Ein Reh stemmt mürrisch seine zweckmäßigen — und im Vergleich zu anderen Säugetieren wohlgeformten — Beine in den kargen Podsolboden und beobachtet weiter unverwandt eine Gruppe Zwangsarbeiter, die in ölbefleckten und schäbigen Kitteln ihrem Tagwerk entgegenschlurfen. Eine Raffinerie südöstlich von Archangelsk. Das Rotwild hebt die Nase in den auffrischenden Nordost, wackelt wie zum Abschiedsgruße mit der Kruppe und schnürt lautlos in den nebligen Tann.

Fahrstühle

Ein Indiz für blindes Vertrauen in moderne Technik ist es wohl die rechte Hand zwischen sich schließende Stahltüren zu schieben, im unerschütterlichen Glauben an alerte Steuer- und Regeltechnik. Aus Höflichkeit, um einem Herrn mit Terrier noch den Zutritt zur Fahrgastkabine zu ermöglichen. Die Komplexität des Smalltalks bemisst sich an der jeweils gewählten Etage. Sobald einer der Gesprächspartner sein Ziel erreicht hat, muss die Unterhaltung einen gewissen Punkt von Einvernehmlichkeit erreicht haben.

Undurchsichtige Gemengelage

Verwaltungen, die Mails durchaus empfangen, zwar nicht lesen aber ausdrucken, mit Eingangsstempel versehen und zu den Unterlagen nehmen — diese jedoch niemals, unter gar keinen Umständen, beantworten werden. Jawohl, hinab in den Aktenbunker damit, Generation Ärmelschoner. Rülps.

Düdüdididüdüdüdidü

Manche Geräusche reizen mich in einer Weise die rational unergründlich ist. Diese von skrupellosen Psychoakustikern ausgetüftelte Fanfare des mit erstarrter Nahrung beladenen Tiefkühlautos, das hier stundenlang um Käufer buhlend durch die Vortstadt kreuzt zum Beispiel. Wenn die Mieter aufgeschreckt durch Ihre Wohnungen laufen oder fremde Waschmaschinen die letzten Tropfen aus feuchter Kleidung schleudern und auf dem Schreibtisch die Kaffeetassen, manchmal gar die Bilderrahmen zu vibrieren beginnen. Kartoffelchips, die knisternden Tüten entnommen, halb geöffneten Mundes, angeregt speichelnd und in Betrachtung eines Spielfilms, mit den Zähnen zermalmt und kehlig geschluckt werden.
Leergutautomaten sind mir allerdings lieber als das grobe Personal, das früher für die manuelle Annahme der Pullen zuständig war. Einfaltspinsel, die mit den Worten Hamwanich teils europaweit genormte Flaschen trotzig ablehnten, da ihnen das Etikett unbekannt erschien. Der Automat ist — obwohl stets Bierneigen und schale Limonade in sein Innerstes rinnen — in dieser Hinsicht erfreulich emotionslos. Erkennt zudem wohl auch Kasten-Teilmengen ohne Murren oder lange zu fackeln.

Gerne wieder

Ebay oder Sondermüll? 3...2...1...deins!

Sherman Waschbichler

Der Traps leckt. Eine geringfügige Menge Abwasser sammelte sich in der Lampenschale einer anderen Mietpartei. Kurzschluß dort. Morgen hab ich die Handwerker.

Der vermeintliche Kondomautomat

Rauchen ist ja total out jetzt. Ganz anders in Filmen der siebziger Jahre, da steckt sich ständig jemand eine an. Auch der Kommissar zum Beispiel. Eine Zeit der heiteren Sorglosigkeit Cholesterinspiegel, Ozonloch und Raucherbeine betreffend. Heutzutage raucht nicht mal mehr das Kroppzeug — im Film. Ich so neulich: Aha, das ist ja interessant, in dieser wenig frequentierten Gegend gibt es also einen Kondomautomaten. Entpuppte sich aber beim Nähertreten doch als Zigarettenautomat. Mehr

Das Verschwinden der Laufwerks-Schublade

Im wesentlichen strahlt der neue Computer verhaltene Eleganz aus. Beispielsweise ist das Gerät überwiegend mit Tasten ausgestattet, die über einen gut gewählten Druckpunkt verfügen und so dem Benutzer ein angenehmes Feedback bezüglich seiner Interaktionsmaßnahmen an die Druck ausübenden Fingerspitzen senden. Mit ausschlaggebend für den Kauf des Rechenapparates war jedoch ein mutmaßlich verbesserter Lüfter. Tatsächlich, der miniaturisierte Ventilator haucht zunächst lediglich ein wenig kühlenden Odem auf den arbeitenden Prozessor. Werden nun in dem Computer raffinierte Programme ausgeführt, die dem Gerät kompliziertere Rechenleistungen abverlangen, so schwillt langsam das Lüftergeräusch ein wenig an. So als würde man in einem komplett mit Isolierfenstern ausgestatteten Raum sitzen und hinausschauend Zeuge einer vielleicht 100m entfernten Heuschreckenschwarmpassage werden. Sind die kniffligsten Rechenaufgaben bewältigt, so verebbt das Rauschen merklich, der Schwarm zieht weiter. Sicherlich Fuzzy-Logic. Muhende oder gar weinende Geräusche des Prozessors, wie im Internet berichtet, blieben bislang aus. Mehr

Erfasse Satelliten

In sieben Metern Entfernung versilbert der Vollmond die Fassade eines Wohnhauses dessen Lichter seit Stunden erloschen sind. Der kleine, aus flüssigem Kristall gebildete Bildschirm des Handgerätes hat chamäleongleich die Farben der Nacht angenommen. Künstliches Firmament in königsblau, veränderliche Informationen indess von lebhafter Farbigkeit. Zaghaft erscheinen, vor avanciertester Elektronik strotzende, Himmelskörper am persönlichen Horizont aus Pixeln, fahl noch und wirkungslos in ihrem spitzem Winkel zu mir. Mit ihrer Reise in mein Gesichtsfeld erstrahlen die Satelliten zunehmend in den schönsten Farben, um dann, mit dem Überschreiten meines Zenithes, erneut in Nutzlosigkeit zu verblassen. Ein kleines, schimmernd egozentrisches Weltmodell, betrieben von zwei Mignonzellen. Ändere ich meine Blickrichtung, formiert sich das Universum relativ zu mir neu. Alle Autobahnausfahrten, Hotels, ertragreiche Steinpilzstellen, Karpfenpopulationen oder Raketenstellungen der Hisbollah als digitale Peripherie meines Ichs. Jene, als Brosamen von der Tafel hungriger Herrscher gefallene Technik, straft Stillstand mit Ungenauigkeit. Entstammt sie doch rasenden Geschossen, welche mit geringster Toleranz rechnend, die Wohnhäuser und Wirkungsstätten bärtiger Krieger zentimetergenau ansteuert, um dort, zusammen mit den Feinden, in Detonation und Flammenmeer zu vergehen.

Aus Prinzip

Gestern musste ich zufällig feststellen, daß das Bundesfinanzministerium (Hypertext, Baby!) alleine aufgrund eines Details meines laxen Verhaltens in Finanzdingen gut eintausend Euro Steuern p.a. zuviel von mir bekommt. »Jules, wenn du dem verdammten Penner 1500$ gibst, muss ich ihn aus Prinzip erschießen!«, dieses Zitat aus Pulp Fiction beschreibt mein Problem sehr gut, ich muss handeln — nicht des Geldes willen sondern aus Prinzip. Ob ich wohl enden werde wie Michael Kolhaas? (Das der kleistschen Erzählung zugrundeliegende Motiv zieht sich — nebenbei bemerkt — leicht paraphrasiert durch das Selbstjustiz-Genre der Siebziger. Hauptrollen, in denen der großartige Charles Bronson stets durch konsequentes mimisches underacting brillierte.) Erwähnte ich bereits »Sauft Benzin, ihr Himmelhunde!«? Jetzt schon.

Mähdrescher

Nur wenig zeitversetzt erscheinen drei in Formation ausgeschwärmte Mähdrescher auf dem Zenith eines sanft hügeligen Getreidefeldes. In ihrer speziellen Form erinnern diese Erntemaschinen, mit ihren erhöhten Steuerungskanzeln, an große, systematisch vorgehende Heuschrecken. Die dieselige Luft ist erfüllt von gelblich trockenem Staub, der in der, Korn von Stroh scheidenden Mechanik des Hordenschüttlers entsteht. Wie ein, dem nimmersatten Insektenmaul Nahrung zuführendes Fresswerkzeug, verbirgt sich die Einzugstrommel im Weizen. Das verdauende Druschsystem ist hinter chitinpanzergleich gestaffelter, zur Wartung durch Mechaniker einzeln aufklappbarer, Blechplatten verborgen, deren Farbe jeweils zwischen khaki und milchkaffeebraun changiert. Später, am frühen Abend, durchsuchen vier Wildschweine das frische Stoppelfeld nach Nahrung.

Schottersauger

An manchen Stellen der Stadt verlaufen die Straßenbahnlinien in einem klassischen Gleisbett. Schienen und Schwellen sind hier auf grob gebrochenem Granit gelagert, wohl auch des gefälligen Aussehens halber. Mit der Zeit sammelt sich von Hand schlechter Fahrgäste oder gar nur an der Haltestelle Herumlungernder allerhand Unrat im Schotter — namentlich die Filter achtlos fortgeworfener Zigaretten. Wenn es wieder recht liderlich aussieht, ist die Stunde der Schottersauger gekommen. Drei Männer sind mit dieser Arbeit betraut, sie bedienen sich dabei einer großen und sehr lauten Saugmaschine. Ein giftgrün lackierter Speziallastwagen, der langsam neben den Gleisen entlangfährt, gelenkt von einem Mann, der unsichtbar bleibt, dem aber von den anderen beiden unablässig recht barsch entsprechende Anweisungen bezüglich der Steuerung zugebrüllt werden. Das Gefährt verfügt über einen fernsteuerbaren Ausleger aus Metall mit zahlreichen Scharnieren, die der guten Anpassung an den Untergrund dienen. In die Mitte des künstlichen Saugarmes ist ein flexibles, schwarzes Kunststoffrohr eingelassen, welches in den, aus allen Ritzen Staub ausstoßenden, Korpus, der von Diesel betriebenen, Maschine führt. Mehr

Die Baumarktszene

Sobald es warm wird, verlegt der Heimwerker sein Schaffen in den Garten. Der eine Nachbar schneidet seit Tagen Pressspanplatten oder Metallträger mit einer Kreissäge. Ein ganzer Werkzeugpark ist auf dem Rasen aufgebaut, schweres Gerät dessen sich der manische Amateurhandwerker virtuos bedient. Pressspan mit Holzfolie ist auch mal schön für die Stube. Zwischendurch geht da der Kollege mit einem Industriesauger ran. Die Sägespäne auf dem Rasen, das sieht ja auch nicht aus. In den Arbeitspausen sorgen Flugzeuge und Autos für gleichbleibend hohe Lärmbelästigung. Mahlzeit! Angelockt vom kollektiven Motorengeheul mäht der andere Nachbar nun seinen Rasen, war ohnehin längst überfällig. Schönes Gerät, so eine Art Minitraktor, mal hersehen bitte. Unbedingt auch die Teichpumpe nachjustieren nachher. So — Prösterchen da, Pilsener Bier rinnt durch staubige Kehlen, man hat es sich verdient.

Fragen an den Bürger

Haben Sie auf einem Rheinschiff eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausgeübt? Sind Sie Vertriebener / Spätaussiedler im Sinne des Bundesvertriebenengesetzes oder haben sich am 31.12.1990 und seitdem ununterbrochen gewöhnlich in Deutschland aufgehalten? Falls ja, bitte Vordruck V712 (für Zeiten in Rumänien) ausfüllen und beifügen. Waren Sie hauptamtlicher Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit / Amtes für Nationale Sicherheit, ohne in das Sonderversorgungssystem für Angehörige des Ministeriums für Staatssicherheit / Amtes für Nationale Sicherheit einbezogen worden zu sein (z.B. Offizier im besonderen Einsatz - OibE- / Hauptamtlicher Mitarbeiter -HIM-)? Wurden Zeiten und Sachverhalte im Beitrittsgebiet zurückgelegt? Haben Sie Ansprüche oder Anwartschaften nach dem (am 28.02.1991 geschlossenen) Pensionsstatus der Carl-Zeiss-Stiftung Jena erworben, die ggf. auch abgefunden wurden? Gewahrsam im Sinne des Häftlingshilfegesetzes für Zeiten im Ausland ab 01.01.1992?

Die Boring Identität

Indien. Eine romantische Hütte am Strand. Der Geheimagent rennt am Strand entlang wie ein Duracell-Hase, seine körperliche Kondition ist ausgezeichnet. Eine Ortschaft. Malerisches Dritte-Welt-Ambiente bestimmt die Szenerie. An einer Bude hat sich der Geheimagent eine Brause gekauft, nach dem Sport ist er recht durstig. Der Genuß des Erfrischungsgetränkes währt nicht lange, ein verdächtig langsam fahrender Mittelklassewagen schiebt sich ins Bild. Die Situation richtig erkennend springt der Geheimagent in einen Geländewagen. Brumm, Brumm. Durchdrehende Reifen wirbeln einigen Staub auf. Es entwickelt sich eine Verfolgungsjagd, die ohne Rücksicht auf Verkehrssicherheit durchgeführt wird. Peng, Peng. Schüsse fallen und der Geländewagen des Geheimagenten stürzt in einen Fluss, dabei ertrinkt die doofe Lebensgefährtin des Geheimagenten. Ortswechsel. Ein provisorisches Büro des amerikanischen Geheimdienstes. Auf Monitoren können die Mitarbeiter jeden Winkel der Stadt beobachten. Es handelt sich um Kollegen des anderen Geheimagenten, aber der kann sich nicht erinnern, das ist sein Problem. Explosion, ein Koffer wechselt den Besitzer. Die Situation läuft aus dem Ruder, wir lernen jetzt die blonde Projektleiterin kennen. Die Frau ist kalt wie eine Hundeschnauze. Mehr

Fernsehprogramm

Dem Fond eines dunkelglänzenden Wagens entsteigt ein Politiker in elegant geschnittenem Anzug. Die drängenden Fragen der wartenden Berichterstatter werden mit kaltem Lächeln zurückgewiesen. Umringt von Dienern verschwindet der Herrscher durch das gläserne Portal eines repräsentativen Gebäudes.
Gründlich rasierte Männer finden stärkere Resonanz bei potenziellen Partnerinnen. Wird von einer kritischen Frau auch nur ein einzelnes Haar im Gesicht eines Mannes entdeckt, daß ein unvollkommener Rasierer nicht zu entfernen vermochte, so lässt sie unverzüglich von ihm ab.
Vom Rausch der Geschwindigkeit getriebene Wagenlenker gefährden die Sicherheit auf der Autobahn. Ermittler nehmen die Jagd zu Land und in der Luft auf. Der Gestellte zeigt sich uneinsichtig, seine Identität wird durch Pixel verschleiert. Mehr

Stirb langsam zu Hause

Es naht die kalte Jahreszeit, offenbar Anlass für die Nachbarn jetzt endlich die lange in's Auge gefasste Anschaffung wahr werden zu lassen: Der vielstimmige Klang eines Dolby-Surround-Heimkinos beschallt nun auch mein Arbeitszimmer. Gegeben wird gerade, der Geräuschkulisse nach zu urteilen, ein rasanter Actionfilm, explodierende PKW sowie Konfrontationen mit Handfeuerwaffen bilden offenbar das zentrale Element des Lichtspiels. Laut der Lifestyle-Illustrierten »brand eins« ist derlei Unterhaltungselektronik neuesten Untersuchungen zufolge ein Indiz für die Zugehörigkeit zum modernen Arbeitnehmer-Milieu. Überraschend. Mehr

K600i als Modem

Weblogs, mit Hinweisen zur professionellen Verwendung von Personalcomputern und deren Peripherie sind ebenso verbreitet wie sterbenslangweilig. Da ich aber zu dem folgenden Fall im Internet selbst wenig gefunden habe und auch schon häufiger vom Wissen kauziger Nerds profitiert habe, ein kurzer Text von mir dazu. Ziel war es das Sony Ericsson Mobiltelefon K600i als UMTS-Modem mit einem Powerbook via Bluetooth zu verbinden. Um es vorwegzunehmen: Es funktioniert! Mehr

Laubpustemaschine Deluxe

Heute morgen wurde ich vom Missklang eines aufjaulendem Zweitaktmotors geweckt, anders als vermutet handelte es sich aber nicht um einen Halbstarken der sein Mokick frisierte oder gar einen Rasenmäher. Nein, der Herbst naht mit Siebenmeilenstiefeln! Vor meinem Küchenfenster, auf dem Hof des benachbarten Wasserwerks hatte man einen Angestellten zum Laubpusten delegiert, diese Aufgabe versah der Dienstleister stoisch mit einem auf dem Rücken befestigten Verbrennungsmotor, welcher Luft durch ein langes Blasrohr trieb. Offenbar war das Gebläse nicht mit einer »Flüsterturbine« ausgestattet. Die Blätter wurden also nicht weggesaugt sondern an den Rand geblasen, was insbesondere bei frühherbstlichem Wind eine ausgezeichnete Beschäftigungstherapie darstellt. Mehr

Gunstgewerblerinnen am Apparat

Im Sportkanal wird die Meisterschaft im Pokerspiel übertragen. Recht schnell entpuppt sich die Übertragung als fernsehgerechter als erwartet. Viel machen die Kartenspieler mimisch wett, indem sie sich, durch die Mitspieler verwirrende Gesichtsausdrücke zu überbieten versuchen. Manch einer trägt auch eine flotte Sonnenbrille um seine spielerische Situation zu verschleiern, mit routiniert nachlässiger Handbewegung werden Berge von Plastikscheiben hin und her geschoben. Als Ergebnis dieser Runde kann ein sehr jung wirkender, segelohriger Engländer die begehrten Kunsstofftürmchen an sich nehmen, das Glück war ihm hold. Im Hintergrund bejubelt ein euphorisiertes Publikum den Stand der Dinge.
Wenn der Fernsehzuschauer durch derartige Übertragungen erst einmal auf reizarme Sportarten konditioniert wurde, steht wohl auch einer Austragung der Mensch-ärger-Dich-nicht-Meisterschaften im Fernseher mittelfristig nichts mehr im Wege. Mehr

Brotbackautomat

Die Maschine mutet äusserlich an wie eine kleine Waschmaschine, hygienische weiße Ware. Ein bald vierzig Zentimeter messender Kubus aus Plastik und Stahl, der den Haushalt halbautomatisch mit Backwaren versorgt. Wesentliche Module des Apparates sind eine Heizspirale und ein, scheinbar vor Kraft strotzender, kleiner Elektromotor, die Urzellen der modernen Technik, Bauteile, die dem Wunsche des technischen Menschen entsprechend, Elektrizität in thermische oder kinetische Energie transformieren. Herz des Automaten ist allerdings ein, dem Prinzip unserer Zeit folgender, Microchip, der überhaupt erst der ihn umgebenden toten Materie koordinierende Information einhaucht. Erst der in Silizium gebrannte, schier endlos reproduzierbare Sachverstand des Chips ermöglicht es dem Gerät recht mannigfaltige, dem gewünschten Teige gemäße, Produktions-Programme durchzuführen. Mehr

Große Sorge um Deutschland

Der »Action-Film«, aufgrund dessen ich den Apparat einschaltete, entpuppt sich als schäbiges, plumpes Machwerk, schnell wird, vermittels Fernbedienung, zu anderen Stationen gewechselt. Im Musikfernsehen werden Trash-Metal-Videos vorgeführt. Mitunter vorzügliche Musik paart sich mit visuell einfallslosem Schund ohne Wert. Mehr

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