Hightatras:


Apparate

Laubpustemaschine Deluxe

Heute morgen wurde ich vom Missklang eines aufjaulendem Zweitaktmotors geweckt, anders als vermutet handelte es sich aber nicht um einen Halbstarken der sein Mokick frisierte oder gar einen Rasenmäher. Nein, der Herbst naht mit Siebenmeilenstiefeln! Vor meinem Küchenfenster, auf dem Hof des benachbarten Wasserwerks hatte man einen Angestellten zum Laubpusten delegiert, diese Aufgabe versah der Dienstleister stoisch mit einem auf dem Rücken befestigten Verbrennungsmotor, welcher Luft durch ein langes Blasrohr trieb. Offenbar war das Gebläse nicht mit einer »Flüsterturbine« ausgestattet. Die Blätter wurden also nicht weggesaugt sondern an den Rand geblasen, was insbesondere bei frühherbstlichem Wind eine ausgezeichnete Beschäftigungstherapie darstellt.

Abgesehen von der empfindlichen Lärmbelästigung fragt man sich als Anwohner wieso die Wasserwerke den kostbaren Treibstoff für derlei höchst zweifelhafte Reinigungsarbeiten verjubeln! Energieeffizienz wird hier wohl nicht großgeschrieben, ein weiteres Beispiel soll den vorherrschenden Schlendrian illustrieren: Bis vor kurzem waren die zur Beleuchtungssteuerung angebrachten Bewegungsmelder der Anlage fälschlicherweise derart empfindlich eingestellt, daß wenn ich nächtens meine Küche betrat, das gesamte Areal von zahlreichen Scheinwerfern in gleißendes Flutlicht getaucht wurde — heller als tausend Sonnen, war der Betriebshof wohl bis weit in's All als weiß glühender Punkt sichtbar.

24. August 2005
Kommentare:

Ja, schreckliches Getöse. Und so sinnlos, ist ja sowieso gleich wieder alles voll mit neuen alten Blättern.

Meinte sabine am 4. November 2005 um 18:04 Uhr










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