Hightatras: Special Interest Content mit Pfiff.
Apparate
Die Boring Identität
Indien. Eine romantische Hütte am Strand. Der Geheimagent rennt am Strand entlang wie ein Duracell-Hase, seine körperliche Kondition ist ausgezeichnet. Eine Ortschaft. Malerisches Dritte-Welt-Ambiente bestimmt die Szenerie. An einer Bude hat sich der Geheimagent eine Brause gekauft, nach dem Sport ist er recht durstig. Der Genuß des Erfrischungsgetränkes währt nicht lange, ein verdächtig langsam fahrender Mittelklassewagen schiebt sich ins Bild. Die Situation richtig erkennend springt der Geheimagent in einen Geländewagen. Brumm, Brumm. Durchdrehende Reifen wirbeln einigen Staub auf. Es entwickelt sich eine Verfolgungsjagd, die ohne Rücksicht auf Verkehrssicherheit durchgeführt wird. Peng, Peng. Schüsse fallen und der Geländewagen des Geheimagenten stürzt in einen Fluss, dabei ertrinkt die doofe Lebensgefährtin des Geheimagenten. Ortswechsel. Ein provisorisches Büro des amerikanischen Geheimdienstes. Auf Monitoren können die Mitarbeiter jeden Winkel der Stadt beobachten. Es handelt sich um Kollegen des anderen Geheimagenten, aber der kann sich nicht erinnern, das ist sein Problem. Explosion, ein Koffer wechselt den Besitzer. Die Situation läuft aus dem Ruder, wir lernen jetzt die blonde Projektleiterin kennen. Die Frau ist kalt wie eine Hundeschnauze.
Ein Ferngespräch, sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen obwohl sie mit ihrem Vorgesetzten in Amerika spricht. Woanders: Italien. An der Grenze wird der Geheimagent gebeten in ein abseits gelegenes Büro zu folgen, der Name in seinem Personalausweis war einem Grenzbeamten aufgefallen. Ein Geheimdienstmitarbeiter möchte jetzt mit der Befragung beginnen, aber der auf einem Stuhl sitzende listige Geheimagent stellt sich ganz apathisch und kooperiert gar nicht. Dann, zack: Handkantenschlag. Der Geheimdienstmitarbeiter liegt benommen am Fußboden rum, während der Geheimagent bereits in seinem schönen Auto auf dem Weg zu einem anderen Ort ist. Mit einer speziellen SIM-Karte hat er den gestohlenen Fernsprecher des niedergestreckten Geheimdienstmitarbeiters in ein Super-Telefon verwandelt. Jetzt kann er die heimlichen Gespräche der CIA belauschen. Die Fahrt ist wie im Traum vergangen. Angekommen in Deutschland besucht der Geheimagent einen alten Kollegen, der ein modern eingerichtetes Einfamilienhaus bewohnt. Guten Tag. Das förmliche Gespräch eskaliert, ein Kampf auf Leben und Tod entspinnt sich, einige Einrichtungsgegenstände gehen zu Bruch. Stranguliert; der alte Kollege ist verstorben er liegt bewegungslos auf einem Kuhfell am Fußboden. Mit routinierten Handbewegungen kappt der Geheimagent die Gasleitung des Einfamilienhauses und steckt eine Illustrierte in den Toaster. Eine pfiffige Idee, für den Geheimagenten allerdings ganz normal. Keine Zeit verlieren. Die Beeilung ist begründet, es wimmelt hier bereits von Spezialeinheiten und Polizeiautos. Mit erhöhter Geschwindigkeit fährt der Geheimagent woanders hin, verzieht keine Miene und führt Telefongespräche. Lässige Dialoge ohne Worte der Begrüssung oder des Abschieds. Im Hintergrund explodiert das schöne Haus mit der Klinkerfassade. Berlin. Von einem Dach hat der Geheimagent Einblick in das provisorische Büro des CIA, sein Präzisionsgewehr zittert in der Hand. Erinnerungen. Das Bild ist ganz verschwommen, traumhaft. Ein Hotelzimmer, Schusswaffen, Geldscheine — ganz schön mysteriös. In einer Diskothek sitzt der russische Verbrecher an einem Tisch und nimmt Getränke zu sich, schöne Frauen wiegen ihre Körper im Tanze. Früher hatte der Verbrecher einmal dem CIA eine größere Summe Geld gestohlen um damit auf großem Fuße zu leben. Der Geheimagent erschießt die blonde Projektleiterin jetzt doch nicht sondern ruft lieber an. Durch seine kühle Schlagfertigkeit während des Anrufs vermag der Geheimagent einigen Eindruck zu schinden. Man vereinbart telefonisch ein Treffen zwischen dem Geheimagenten und einer jungen Blondine an der Weltzeituhr am Alexanderplatz. Da zeitgleich eine Protestdemonstration durchgeführt wird, gestaltet sich die Situation für die CIA problematisch. Gut für den Geheimagenten, der sich in dem Towuhabohu mit der jungen Blondine in einen ehemaligen Luftschutzbunker begibt um dort ein langweiliges Gespräch zu führen. Mist, wir haben ihn verloren! Im Büro des Geheimdienstes ist der Teufel los. Jetzt möchte der Geheimagent das Hotelzimmer besichtigen, daß stets durch seine Erinnerungen spukt. Mittlerweile sucht auch die Polizei nach ihm. In der Hotelhalle bucht der Geheimagent zur Tarnung ein Zimmer, das neben dem eigentlichen Zimmer aus seiner lückenhaften Erinnerung liegt. Kurze Zeit später spuckt ein Faxgerät an der Rezeption ein Fernschreiben der Polizei aus, auf dem Papier ist das Konterfei des Geheimagenten abgebildet. Im Nu wimmelt es in der Herberge von Spezialeinheiten der Polizei aber der Geheimagent kann über die Feuerleiter flüchten. Die Feuerleiter wurde eigens für den amerikanischen Actionfilm an der Fassade angebracht. Der Geheimagent ist ein phantastischer Dauerläufer, der rennen kann was das Zeug hält. Es folgt eine rasante Verfolgung durch das abendliche Berlin, gekrönt von dem riskanten Sprung auf einen fahrenden Lastkahn. An geeigneter Stelle klammert sich der Geheimagent an die Träger einer Brücke und kann damit seine zur Armee angewachsene Schar der Verfolger abermals an der Nase herumführen. Ein anderer Geheimdienstmitarbeiter entleibt sich in seinem Hotelzimmer, seine krummen Machenschaften waren nicht mehr zu verbergen gewesen, der Geheimagent hatte sie mit seinem kleinen Kassettenrekorder aufgenommen — nebenbei. Keine Zeit verlieren, der Geheimagent reist nun mit der Eisenbahn weiter nach Moskau. Er hat einen ganzen Stapel von Bargeld und Ausweisen dabei. Angekommen in Russland bleibt keine Zeit zu verschnaufen, der eine Verbrecher, der das Auto mit der Lebensgefährtin des Geheimagenten versenkt hat, ist wieder da. Geistesgegenwärtig kapert der Geheimagent ein kleines russisches Taxi und sieht sich bald von einer ganzen Armada schwarzer Autos der Marke Mercedes verfolgt. Nach und nach verunglücken die schwarzen Autos, es kristallisiert sich eine Mann-gegen-Mann-Situation heraus. Der russische Verbrecher gegen den Geheimagenten. Peng, Peng, mit seinem Taxi rammt der Geheimagent den schönen nagelneuen Geländewagen und erledigt den Fahrer mit einem gut gezielten Schuss. Im Anschluß besucht der Geheimagent die ärmliche Plattenbauwohnung einer schönen blonden Russin, die die Tochter der Verstorbenen aus dem Hotelzimmer ist. Als Geheimagent schellt er natürlich nicht an der Türe sondern öffnet das Schloß der Wohnung vermittels eines Nachschlüssels. Er ist hier um sich zu entschuldigen und einige Unstimmigkeiten aufzuklären. Nächtens humpelt der Geheimagent einsam durch eine trostlose Moskauer Hochhaussiedlung. Bei den diversen Kämpfen und Verfolgungsjagden hat er sich ein Knieleiden zugezogen. Dann weiter nach New-York, der Geheimagent hat dort ein wichtiges Telefongespräch zu erledigen.
14. Februar 2006