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Schlaf

Ich bekomme eine Schreibmaschine geschenkt

Aus unbekanntem Anlass bekomme ich ein sehr schweres, festlich verpacktes Paket geschenkt. Der schemenhafte Schenker lächelt wonnevoll in Vorfreude auf meine Reaktion. Ich ahne leider was kommen wird, sehe mich aber aus Höflichkeit genötigt, das Paket ostentativ langsam auszupacken. Eine alte, ölig riechende, gußeiserne Reiseschreibmaschine ist als überflüssiges Geschenk in Karton und Einwickelpapier verborgen. Die stählernen Tasten sind mit Lettern bezeichnet, welche in kleine runde Elfenbeinscheiben graviert und mit schwarzer Farbe kenntlich gemacht wurden. Ein altertümlicher Klotz ohne Funktion für einen modernen Menschen.

Während eines auf windigen Bahnhof geführten Telefongespräches sah ich unlängst — zerstreut — ein Plakat für irgendeine zeitgenössische Literaturveranstaltung, zentrales visuelles Gestaltungselement, eine konzeptionell und graphisch stümperhafte Collage aus dem Bild eines Mundes und oben beschriebener Schreibmaschine.

29. Mai 2006
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