Hightatras: Special Interest Content mit Pfiff.
Lago Maggiore
Kurze Tunneldurchfahrten, für Sekunden ein Blick hinauf zu leeren Seilbahnen die im Nebel verschwinden, Dunkelheit, dann eingerahmt vom Zugfenster und triefenden, stahlnetzgebändigten Felsen am Bahndamm, hoch oben, schneebedeckt und sonnig: das Gotthard-Massiv, Dunkelheit und ein Tal dessen Himmel von einer Autobahnbrücke überspannt wird, in tiefsten Tiefen, an einem, Baumstämme mit sich reißendem Fluß, duckt sich verschüchtert ein Bergdorf. Dann ein langer Tunnel, die Architektur sieht plötzlich südländisch aus, in den Gärten wachsen Palmen neben schlanken Tessinerhäusern. Gewerbetreibende heißen nun Grassi oder Ferrari, der gleiche, dicke Schaffner spricht jetzt italienisch mit deutsch-schweizer Akzent. Mehr
Leipzig im Regen
Ein Wochenende im verregneten Leipzig. Auch in den, mir bislang unbekannten, Randbezirken sehr schöne, im Krieg wenig zerstörte gründerzeitliche Bausubstanz. Lange, vergleichsweise breite Straßen mit vierstöckiger Wohnbebauung, oftmals Klinkerfassaden gegliedert durch viele Erker, jedoch ohne Balkone zur Straße. Auf dem Weg durch den Stadtteil Gohlis zum Leipziger Zoo schönste Jugendstilbauten. Insbesondere die Eingangsbereiche der Mehrfamilienhäuser des gehobenen Bürgertums, verziert mit den obligatorischen Medusenköpfen und floralen Ornamenten des Jugendstils aber auch — besonders beeindruckend — verblüffend vielgestaltige steinerne Tierfriese. Eulen, Hasen, Greifvögel und Schlangen. Faunale Motive, die wieder in den kunstvoll geschnitzten dunklen Eingangstüren aufgegriffen werden. Die Fundamente zumeist bis zum Hochparterre mit historisierend trutzigem Naturstein hervorgehoben.
In der Leipziger Innenstadt, wie fast überall in Deutschland, ist die neuere Architektur der letzten fünfzehn Jahre beliebig und langweilig bis zum Kotzen. Verkitschte High-Tech-Architektur mit viel Glas, Stahl, albernen Sheds und mintfarbenen (Mon Dieu!) Verkleidungen.
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Böhmische Schweiz
Mit der Bahn ist es subjektiv eine kurze Reise von gut drei Stunden bis Schöna. Von hier Überfahrt mit dem Raucherschiff nach Hřensko. Ungesunder Teint und gelber Qualm, einer der Reisenden hat eine künstliche Lunge die ihn aus einer schwarzen Umhängetasche mit Sauerstoff versorgt. Auf der tschechischen Seite der Elbe sind Rauchwaren auch für minder Betuchte wohlfeil. Der frühere Holzhandelsplatz und gründerzeitliche Touristenort Herrnskretschen ist heute geprägt von vietnamesischen Verkaufsbuden, die sich durch den, an das Flüßchen Kamenice geschmiegten, Talort ziehen. Hier mündet der Kamnitzbach in die Elbe, weiter Flußaufwärts wird die Kamenice von Sandsteinfelsen zu einer tiefen Klamm eingeschlossen. Im Sommer kann man die Edmundsklamm (Tychá souteska) mit flachen Kähnen befahren, im Dezember findet hier keine Schifffahrt statt, auf diesem Weg ist Mezná nicht zu erreichen, auch nicht zu Fuß, eine eiserne Tür ist in eine Felsspalte eingelassen und verwehrt die Passage. Daher also mit einem kleinen Bus von Hřensko nach Mezná, am Steuer ein betrügerischer Busfahrer. Eine Fahrt von gut zwanzig Minuten durch neu verschneiten Wald und überpuderte Sandsteinfelsen. Mezná (Stimmersdorf) ist die einzige Gemeinde im Nationalpark České Švýcarsko. Der Ort liegt auf einer kleinen Anhöhe, im Norden blickt man auf den südlichen Teil des Elbsandsteingebirges zur anderen Seite über das Kamnitztal auf sanft gehügelte Wälder und kegelförmige Basaltkegel, namentlich der Rosenberg, die höchste Erhebung hier. Mehr
Alpen im Spätsommer

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Alpenrundreise

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In den deutschen Alpen
Bayern ist Teil von Deutschland, aber bereist man dies Bundesland, wähnt man sich in einem fremden Land. Alles Leben wirkt hier in seiner Wurzel der Tradition verbunden, es handelt sich um einen im ländlichen Raum von der CSU beherrschten Glaubensstaat. Der Nationalpark Berchtesgaden liegt in einer Art Halbinsel eigentlich schon in Österreich und verfügt über vorzügliche Alpenlandschaft, die bereits seit den siebziger Jahren recht konsequent gegen weitere Zerstörung durch Seilbahnen und Autoverkehr geschützt wird. Nicht ein geschlossener Bergzug bestimmt hier das Bild sondern in ihrer Charakteristik recht unterschiedliche Bergstöcke bilden hier die Landschaft.
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