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Haushalt

Wenn Luftwurzeln zum Ärgernis werden

Zimmerpflanzen sowie deren artgerechte Pflege sind eine eigene thematische Galaxie im vielschichtigen Universum der heimischen vier Wände. Verbreitet haben sich im mich umgebendem Wohnraum, humides Klima liebende Pflanzen mit wohlgeformten Blättern, ursprünglich halbhoch unter grünem Dache beheimatete, von kleinen Affen behende behände durchkletterte, Halbschatten-Pflanzen des tropischen Regenwaldes, namentlich Maranten und Monstera-Pflanzen. Letztere werden in unseren Breiten aufgrund der schönen, charakteristisch durchbrochenen Blätter kultiviert. Jene vegetative Lebensform ist eine klassische Rankpflanze und bildet, so nach tragfähigem Material tastend, bisweilen überreichlich Luftwurzeln aus. Ein schon betagteres Exemplar umgarnte sich hier selbst, die Triebe schlangen sich mit den Jahren unentwindbar umeinander — knäuelartig der Zimmerdecke entgegenstrebend, so eine bizarre, recht sperrige Grünskulptur bildend.

In einen im Badezimmer stehenden, irdenen Topf pflanzte ich vor Monaten einen Trieb, der Aufgrund widriger mechanischer Umstände und Schwerkraft von der Mutterpflanze getrennt wurde. Die dem exotischen Gewächs zuträgliche Luftfeuchtigkeit und der helle Standort lässt diese prächtig gedeihen, jedoch mauserten sich in den vergangenen Wochen die Luftwurzeln zu einem merklichen Problem, die im Volksmund auch als Fensterblatt bezeichnete Pflanze, bildet beständig zahlreiche neue Tentakel aus. Die pflanzlichen Extremitäten werden, vergeblich nach Urwaldboden oder vermoderndem Holze tastend, länger und länger, schieben sich verzweifelt suchend über die kalten, weißen Fliesen der Nasszelle, ragen zunehmend neue meterlange Wege einschlagend, in den Raum, machen somit den Aufenthalt im Sanitärbereich für den Menschen immer mehr zur Qual, wähnt man sich doch jederzeit von rachsüchtigen Rhizomen umschlossen.

22. August 2005
Kommentare:

Man kann sich wohl mit der Pflanze gut stellen, wenn man die Luftwurzeln in die Erde steckt (solange es noch geht):
"Je größer das Fensterblatt wird, desto mehr Luftwurzeln bilden sich entlang des Stammes. Schließlich sind diese so lang, dass sie manchmal bis auf den Boden hängen. Viele Leute schneiden die Wurzeln dann ab. Das sollten Sie aber nicht tun. Führen Sie sie in ein Gefäß mit Wasser oder stecken sie in die Erde. Dann kann die Pflanze noch zusätzlich Nahrung aufnehmen. Für diese zusätzliche Versorgung ist die Pflanze so dankbar, dass sie noch sehr viel besser wächst und gedeiht, als sie es wahrscheinlich vorher schon getan hat."
Steht hier im Cybergarten

Meinte Sabine am 23. August 2005 um 10:48 Uhr

Hier geht man sogar so weit, das Kürzen der Luftwurzeln vorzuschlagen. Hmmm, im Internet kann man ja alles behaupten! Oder?

Meinte dr.no am 24. August 2005 um 16:47 Uhr

Tja, einfach mal probierenn nicht wahr? Ehe sich noch Äffchen im Badezimmer ansiedeln ...

Meinte sabine am 24. August 2005 um 19:26 Uhr

Die Monstera mit den von mir gekürzten Luftwurzeln gedeiht übrigens prächtig. Ich habe sie bei dieser Gelegenheit auch umgetopft, die beschnittenen Triebe sind in der neuen Erde gut angewachsen und verleihen der Pflanze einen sicheren Stand.

Meinte dr.no am 22. Januar 2006 um 21:03 Uhr










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