Hightatras:
Materie
Bücher
Irgendwie albern solche Bücherregale die die gesamte Stirnseite eines Zimmers einnehmen. So scheint es zunächst. Höchstens für Atomphysiker, die vielleicht mehrere tausend Seiten umfassende Formelsammlungen parat haben müssen, oder Historiker, wegen der punischen Kriege, mal Datum vergessen, zack, ne kleine Trittleiter und fertig. Obwohl die heutzutage auch eher bei Wikipedia oder auf kauzigen DVDs nachsehen. Es handelt sich vielmehr um bildungsbürgerliches Rumgepose. Sieht eben gleich mal aus, die gesammelte vortreffliche Belletristik und Erkenntnistheorie, hier bitte schön. Siebener BMW mit zwanzig Zoll Leichtmetallfelgen ist eben auch nicht jedermanns Sache, zumal wenig schöngeistig in der Anmutung und somit der Unterschicht vorbehalten. Literatur hingegen erfüllt insbesondere in der kalten Jahrezeit einen nicht zu vernachlässigenden, höchst nachhaltigen Beitrag zur Wärmedämmung, speziell an den Aussenwänden. Egal ob tausend Seiten Dan Brown, Foucault oder der Zauberberg als bibliophile Erstausgabe, der Scheiss rechnet sich in jedem Fall, wenn es durch die Ritzen zieht wie Hechtsuppe. Mindestens zweistellig p.a. sag ich mal so.
10. Dezember 2006