Hightatras:

Bullerbü 2011

Ich esse ein Gorgonzolatoast auf dem Balkon und die Sonne scheint mir ins Gesicht. Die Flügelschläge gravitätischer Gänse vor blass durchsonntem Cyanhimmel. Väter, Mütter, Kinder, Hunde und Kinderräder. Es herrscht Kaiserwetter. Bekanntschaften und berufliche Pläne aus denen was wurde. Menschen, die sich eine eigene Primärgruppe aufbauten, mit aller erforderlichen Peripherie wie Elektro-Vertikulierern, Playmobil-Tankstellen, Messerblöcken, Terrakottagänsen und Family-Vans. Das Leben lässt sich auch als lebenslänglich und pragmatisch zu lösende Logistikfrage betrachten. Kleinschrittige materielle und soziale Strukturbildung, die das Weltall und das schwarze Tier in behaglich unsichtbare Ferne rücken. Geliebtes kleines Pflaumenkuchen-Universum. Auch der betrunkene Fahrgast, der tourettesyndromhafte Satzfetzen wie Du katholische Fotzensau ins Nichts des nächtlich verlassenen Bahnhofs unten kreischt und sodann einen gurgelnden Schwall ins Gleisbett speit, ist was – nur kein sinnvolles Glied der Gesellschaft. Mein Beitrag zum Gedeihen des deutschen Vaterlandes liegt im wesentlichen darin, daß ich Steuern bezahle; ich reproduziere mich nicht und ich schaffe kein Weltkulturerbe. Allerdings stelle ich mich auch nicht offen feindlich gegen die Gesellschaft durch nächtliches Lärmen, aufs Perron Erbrechen oder das mutwillige Zerschlagen von Leergut. Programmatisch gesehen bin ich quasi die SPD der Asozialen.

I've Lost That Loving Feeling

Daß es bereits für jede denkbare amouröse Stimmungslage einen Popsong gibt, wirft ein schlechtes Licht auf die Menschheit wie ich finde – wenigstens auf mich. Ich lausche hier Musikstücken, die die Party-Jukebox des Computerprogrammes iTunes auswählt und denke so hmm oder so ist es, ja genau! Der emotionale Massenspeicher Soul, oder gar deutscher Schlager der sechziger – pathetisch, trivial und doch so wahr. Nicht das Maß aller Dinge, sondern in genetisch bedingten, millionenfach gleich durchlebten Verhaltensmustern befangene Säugetiere unter Vielen sind wir, das ist natürlich ohnehin klar aber auch der Subtext der kitschigsten Liebeslieder der Welt.

Die Apokalypse kündigt sich heuer durch zwei Zebrafinken an

Jesus ist unsere Zukunft, ruft eine Frau schon von Ferne, während sie auf dem nassen Laub mit dem Fahrrad einhändig lenkend, auf mich zuschlingert. Sie trägt selbgestrickten Schal, Mütze, Handschuhe und Stulpen aus rosa Glitzerwolle und streckt mir einen kleinen Kalender für 2008 entgegen — offenbar als Geschenk. Übrigens in jeder Hinsicht, sagt sie, entweder als Erlöser oder aber als Zerstörer, und ihre unsteten Augen glänzen und strahlen in reinstem bleu obwohl sie scheinbar Mitglied einer ulkigen Endzeitsekte ist. Ich so (in Gedanken), aha, dieser Jesus ist also so ein Typ wie Rambo, nämlich Märtyrer und Vollstrecker in einer Person. Durchaus ein neuer Aspekt für mich. Danke für die Info! Kontrapunktisches Element der Situation ist nun aber der mir angediente Kalender. Zeigt doch das Deckblatt zwei einträchtig auf einem Zweige in der Sonne sitzende Zebrafinken, welche die Schnäbelein in zärtlichster Innigkeit aneinander reiben. Stunden später fällt es mir wie Schuppen von den Augen, es handelt sich natürlich um ein Symbolbild: der eine Vogel heißt Erlösung, der andere Zerstörung, die zu überwindende Dualität materialisiert sich in den Körpern zweier verschmelzender Zebrafinken. Auf deutsch gesagt: der Heiland hat einfach keinen Bock mehr bei seinem nächsten Erscheinen auf diesem Planeten wieder Bart und Sandalen zu tragen.

Wanzensekret

Vorhin, als ich im grauen Nieselregen, auf dem Weg in den Supermarkt, eine triste Grünanlage durchquerte, fiel eine Wanze wohl von einem der kahlen Äste herab und fand, von mir unbemerkt, Halt an meinem linken Hosenbein. Als ich später den Fremdkörper an meinem Bein halb bemerkte und ihn in Gedanken reflexartig mit der Hand abstreifte, purzelte das Tier zunächst auf den Boden, rappelte sich jedoch geschwind auf und taumelte, die Flügelchen entfaltend, in ein finsteres Gebüsch. An meinen Fingern haftete nun ein ein recht penetranter Gestank, der auch nach gründlichem Händewaschen nur einen Deut nachließ. Allerdings gewinnt der Geruch mit der Verdünnung merklich. Wäre ich Duftdesigner, so inspirierte mich das, meinen gen Nase geführten Fingern entströmende, wilde, herbmännliche, etwas moribunde und zugleich bodenständige Aroma — des von der Brustdrüse der Wanze abgesonderten Wehrsekrets — zu einem Aftershave. Vor meiner geistigen Nase nähme schließlich eine komplette Pflegeserie für den Herrn Gestalt an, mit Shampoo, Deo-RollOn, Intimlotion undsofort. Für das Marktsegment der frustrierten, heterosexuellen männlichen Mittelschicht jenseits der Vierzig, den kleinwüchsigen leitenden Angestellten und ewig Zurückgesetzten, die von Gram zerfressen — wohl für immer — lediglich niedere Stellungen bekleiden werden, in provinziellen, mittelständischen Unternehmen, welche schon einmal bessere Tage sahen. Recht protzige Flakons aus anthrazitfarbenem Rauchglas würden es wohl werden, für deren Form die charakteristische Silhouette eines Wanzenkörpers Pate gestanden hätte. Oder auch entfernt wie eine Urne, irgendwie mit Metallic und geilen Buchstaben, die ewige Jugend verheißen.

Ostdeutschland riecht nach Wurst und Weichspüler

Ich bin mir nicht schlüssig ob mich die Bevölkerung der deutschen Provinz so befremdet, ihre schwieligen Pranken, die mangelhafte Schöngeistigkeit und das daraus resultierende rüde Auftreten, oder ob es speziell die männliche ostdeutsche Landjugend ist. Diese von Aknepusteln gezeichneten, grünschnäbligen Bundeswehrsoldaten, die im gleichen Eisenbahnabteil sitzen, deren Gespräche ich lieber nicht hören würde, mir aber nicht die Ohren zuhalten kann, da ich im Begriff bin einen Apfel zu essen. Solche Kanaillen sind nicht mal im Sinne der Landesverteidigung tauglich, ich bezweifle, daß diese Rotzlöffel im Dunkeln einen Lichtschalter finden, geschweige denn ein Maschinengewehr richtig zusammensetzen können. Das Heer besteht wohl aus Idioten, eigentlich gut, führt — nach einigem hin und her und aus dem Fenster blicken — der sonst schweigsame pazifistische Teil meines Gehirns aus, so geht von Deutschland keine ernstliche Bedrohung mehr aus, da die Truppe durchsetzt ist von Amechanie, von unfreiwillig schwejkscher Sabotage: Panzer die im Schlamm stecken bleiben, Granaten die in den eigenen Gräben explodieren und fettleibige Soldaten, für die befohlene Gewaltmärsche bereits nach fünf Kilometern enden mangels Kondition. Der Marsch auf Stalingrad könnte also heute nur in klimatisierten Reisebussen durchgeführt werden und würde so schon recht bald, vermutlich an der Grenze zu Polen vereitelt werden. Wenn wenigstens Demut das Produkt nächtlicher Übungen im Schlamm wäre, hätte die Bundeswehr doch eine für mich immerhin nachvollziehbare und sinnvolle Funktion. Äpfel esse ich unterwegs immer im Ganzen, lediglich den Stiel verschmähe ich und werfe ihn fort. Zuhause jedoch mache ich mir Äpfel mit dem Messer zurecht, entferne das Kerngehäuse und den verschrumpelten Blütenansatz.

Diariophobia

Das pathologische Meiden der prominenten Verwendung des Personalpronomens ich in Weblogeinträgen.

Marstransit oder sowas

Kürzlich hing der Mond groß und träge unweit des Horizontes, dunkelorange, fast rostrot glühend, wie ein überreifer, bereits halbseitig von Schimmel überpelzter Pfirsich den qualitätsbewusste Verbraucher an der SB-Theke beiseite legten.

Heizpilzsitzer

Wer sich in der Öffentlichkeit als Jammerlappen zu positionieren wünscht, dem steht heutzutage ein reichhaltiges Repertoire an Verhaltensweisen und verweichlichten Accessoires zur Verfügung. Beispielsweise winzige Rollkoffer für Wochenendreisen mit einem Volumen, daß gösse man diese selbst mit Kruppstahl aus, noch geeignet wären, von einem moderat motivierten Kind über längere Distanzen fortgetragen zu werden. Kristallsalz vom Himalaya, feuchtes Toilettenpapier, Fußregenerationssalbe mit Seidenproteinen und für die frischen Sommerabende ein Plaid gewoben aus den Sackhaaren von eigens gezüchteten Perserkatern. Was weiß ich, was da drin ist. Könnten Sie bitte das Fenster zu machen, es zieht. Mit weinerlicher Miene und ebenso greinendem wie forderndem Timbre das Schließen sämtlicher Fenster im Großraumwagen erwirken, wegen eingeklemmter Nerven, Mittelohrentzündung, Hechtsuppe und anderem hypochondrischen Scheiß. Die Krankheitsgeschichte ist lang, schrecklich und von unvorstellbarer individueller Härte wie man erfahren muss. Sie wird wohl einst angetan mit weißen Wildledermokassins, beim Verzehr eines Krabbencocktails in der Fußgängerzone von Westerland durch die Explosion eines Heizpilzes in tausend Stücke gerissen werden — so deucht es mich. Überhaupt: Heizpilze, doo! Haaach der Sommer, so haben wir den aber auch nicht bestellt was?

Die Totenruhe

Der junge Arzt von kleinem Wuchs tritt, so seine Statur kompensierend, mit einigem Schneid auf. Lässt sich telefonierend auf die Sitzbank fallen und setzt mit durchdringender Stimme seinen monologischen Tagesbericht fort, eventuell spricht er mit seiner Sekretärin — alles für die Unterlagen. Knochenkrebs, Morphin, Metastasen, der Patient sprach darauf nicht an … jaja Exitus. Natürlich. Auf Nachfragen reagiert der Mediziner etwas ungehalten. So der nächste. Ein moribundes Telefonat und allgegenwärtig das Elend der Arbeiter, leider auch mit geschlossenen Lidern in Form von gegenstandslosem, gar gefährlichem Geplapper vor Augen; ich male mir im Geiste einen großen schwarzen Kopfhörer aus, dem alles übertönende Äolsharfen und seraphische Choräle entströmen. Es ist nicht das offensiv öffentliche Telefongespräch, es ist der Tod in seiner ganzen Banalität, der die Reisenden nervös mit der Zeitung rascheln oder verlegen räuspern lässt.
Menschliche Leiber sind der Werkstoff des Mediziners, die emotionale Bindung geht nicht wesentlich über die eines Kunsttischlers zu einer hundert Jahre alten Eichenbohle hinaus. Den meisten Menschen — so auch mir — fehlt wohl in gewisser Hinsicht eine realistische Sicht auf das Leben, so wie Gourmets nicht müde werden, immer kompliziertere Speisen zu ersinnen ohne den Stoffwechsel des Menschen als Ganzes zu betrachten, ja in letzter Konsequenz als überhaupt existent zu würdigen. Alle Welt verherrlicht die Schönheit der Jugend, nimmt das Alter zur Kenntnis aber ignoriert bekanntlich — sofern möglich — den Tod. Mehr

Bronsonesker Stoizismus

An manchen Tagen ist Berlin wie eine über Fliesen kratzende Diamantnadel. Autofahrer, die laut hupend auf — in ihren Augen zu langsam die Straße überquerende — Fußgänger zurasen. Heisere Junkies, die mit vorquellenden Augen irgendwas rumbrüllen. Kotze, Glasscherben, Freaks und Mutanten an jeder Ecke. Anderntags macht der Busfahrer, der schon an der roten Ampel steht, nochmal die Tür auf. Unbekannte unterhalten sich an der Haltestelle. Man sagt Tachchen, Namt und Danke; also fast schon höflich für Berliner Verhältnisse. Und Tage die so lala sind, irgendwie dazwischen und grau; alle sind schweigsam und deprimiert, auch die Arschlöcher halten den Mund. Was bestimmt tatsächlich die kollektive Stimmung Berlins? Mondphasen, Feinstaub, die Antibabypille im Trinkwasser oder der Marianengraben vielleicht? Sicher ist die Antwort sehr kompliziert.

Diese Kokken sind scheisse

Instrumente und Knochen sind gut hingegen. Mnemotechnisch gesehen jetzt. Zwei neben mir sitzenden Mädchen steht die Abschlussprüfung in einer medizinischen Ausbildung bevor. Sie lernen lange Stichwortlisten aus ihren ordentlichen Schnellheftern und merken sich die Bedeutung von Arrhythmie zum Beispiel über — für mein Empfinden — absurde phonetisch hervorgerufene Emotionen. Das klingt eben schon so. Mit diesen Rs und dem T. Und sind sich stets sofort einig, wie plausibel ihre um die Ecke gedachten, buchstabenverdrehenden, rückwärtslesenden, großformatigen Eselsbrücken sind. Altsprachlich überhaupt nicht, dafür ein wenig papageienhaft, eifrig und intuitiv aus dem Ärmel geschüttelt, zugleich recht komplex sowie von hermetischer Logik. Wie Frauen Informationen verarbeiten und in Modelle gießen ist eine tolle und fremde Welt. Könnte ich mir stundenlang staunend anhören sowas — als ohrenspitzendes Mäuschen.

Fremdenzimmer (Hotel Garni)

Allen Betrieben der Hotellerie ist die Beherbergungsleistung — das Logement — in unterschiedlicher Güte gemein. Ebenso das Frühstück als rudimentäre Küchenleistung, welche zusammen mit der Kellerleistung Abkömmlinge der Klasse der Verpflegungsleistungen sind. Eine Ausnahme in dieser Hinsicht bilden Sonderformen wie Kapselhotels oder Stundenhotels, die auf gastronomische Angebote gänzlich verzichten. Obwohl Pension und Hotel Garni die gleiche Verpflegungsleistung bieten — nämlich nur Frühstück — wird der Begriff Hotel Garni verwendet um eine gehobene Beherbergungsleistung des Hauses zu bezeichnen.

Der Biberstaat

In einem blühenden Land herrschten Vögel über die Bewohner von Wald und Flußauen. Seit jeher erwirtschafteten die Biber den Bärenanteil des nationalen Reichtums. Ihre Holzwirtschaft und ihr Wissen um die Baukunst galt über Ländergrenzen hinweg als meisterlich. Der Biberstaat wuchs und gedieh, während es sich die Vögel in ihrem Baumhaus wohl sein ließen. Mit den Jahren kamen und gingen die Kraniche, Gänse und Raben und alles schien auf ewig gut. Den Wölfen, die in öden Teilen des Waldes lebten, oblag es, die im Staate anfallenden niederen Tätigkeiten auszuführen. Aas und Abfälle zu beseitigen, mit bloßen Pfoten Brennesseln auszugraben und Himbeeren zu ernten, ohne selbst von den Früchten naschen zu dürfen. Ihnen verblieb das mindere Fleisch, welches die Raben verschmähten. Zu ihrer Aufmunterung ließen die Vögel, tönerne, mit Bier gefüllte Krüge im Wald aufstellen. Und die Wölfe labten sich an den Krügen und versanken in traumlosen Schlaf. War ein Tier schwach und alt geworden, so nährte es ein, von den Vögeln verteiltes, Gnadenbrot. Mehr

Ich will Pommes (Behelfsüberschrift)

Nachmittags mal kurz über diverse Aspekte sprachlicher Deprogrammierung nachgedacht. Mögliche Therapieform: Unter Einfluss von LSD nächtelang Weblogeinträge auf myblog.de lesen. Optional ergänzt durch Clever&Smart Hefte sowie Aggro-Berlin wegen den ihren Sozioleckt.

Trendhobbys

Die Bürger verjubeln zum Vergnügen ihr vom Munde abgespartes Geld zunehmend im Ausland, der unglaublich vielschichtigen Auswahl an möglichen Hobbys folgend, mit dem Besuch von Auftritten des italienischen Schlagersängers Eros Ramazotti in dessen Heimatland zum Beispiel. Ferner besteht auch die Möglichkeit, nahe den Niagarafällen lebende, Perserkatzen zu bestellen, denen nach Vertragsabschluß ein strapaziöser Transatlantikflug ins Haus steht.

Homebanking auf Flokatiteppich

Weitläufige Büroräume sind von hell-diffusem Licht durchflutet. Vor einem Computerbildschirm hat sich eine kleine Gruppe Menschen in Betrachtung eines Diagrammes versammelt. Eine sitzende, den Computer bedienende Frau, mit zum Pferdeschwanz gebundenem blonden Haupthaar in einem silbergrau gepflegtem Kostüm hebt euphorisch den Daumen ihrer rechten Hand. Sie wird flankiert von zwei stehenden Männern in vorzüglich geschnittenen anthrazitfarbenen Anzügen. Der Mann zur linken deutet freudig lachend auf den Monitor, der andere, mit südländisch dunklem Teint, ballt symbolhaft die Fäuste und streckt diese, den Arm leicht anwinkelnd, in spontaner Begeisterung gen Bürodecke. Alle Dargestellten vermögen, den in der Infografik verklausulierten materiellen Erfolg als solchen zu deuten. Das strahlend weiße Lächeln tadellos gepflegter Zähne bestimmt die Szenerie. Mehr

Rabeneltern

Neulich beobachtete ich aus der Ferne folgende Situation. Ja, Lukas (Name ähnlich) Du kannst das ganz alleine. Toll. Der Vater lässt seinen Sohn auf dem hölzernen Laufrad langsam den Hügel hinunterrollen. Läuft anfangs nebenher, hält inne, blickt stolz hinterher. Der Hügel ist wahrlich nicht sehr steil aber lang. Der Vater von Lukas hatte in Physik früher immer eine Vier minus. Lukas rollt schneller und schneller. Anfängliche Freude weicht zunehmend blankem Entsetzen. Laufräder haben eben keine Bremse. Die rasante Fahrt findet an einem Baumstumpf ihr jähes Ende und Lukas fliegt über den Lenker, zum Glück in einen Sandhaufen. Eisprinzessin war gestern, heute Stuntman. Mehr

Das ist Design

Hier im Supermarkt werden auch vermehrt billige Elektrogeräte angeboten, das ist ja heutzutage alles mit Design. Kriegt man nicht mehr ohne, der Kunde verlangt das so. Kann man nichts machen, in Kartons auf denen Design steht, ist mit Sicherheit ein schlechtes Produkt enthalten. Formal mangelhafter Kitsch und disfunktionaler Schrott. Eierkocher, die ihre Funktion als Elektrogerät verschleiern und aussehen wie ein Huhn. Alles ein Stück, ein Gehäuse ohne Schrauben. Oder hier eine schöne Design-Fritteuse, der unergonomisch labile Griff gefährlich expressiv geformt aus silbernem Plastik, dem Kitschmaterial schlechthin. Hauptsache es sieht aus! Auf den Wühltischen wird definiert was Design ist, jetzt weiss ich, wieso Menschen mit dem Sternbild Terrakottaente Aszendent weinender Clown mitunter so sehr abstruse Vorstellungen von der Aufgabe von Designern haben. Design ist eben irgendwie glänzend, mit großen Knöpfen, orange oder ein wenig lindgrün vielleicht. Das ist alles, so einfach ist das.

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