Hightatras:


Passanten

Privatiers wie wir

Sie kommt den überwucherten Weg auf die Spitze des flachen Schuttberges hochgeschlendert. Androgyn wirkt sie in ihrer weiten Freizeitkleidung, der Kopf unter einer bunten Baumwollkapuze halb verborgen. Klettert behände auf die — das Plateau umrundende — halbhohe Mauer, blickt in alle Richtungen, hampelt ein wenig rum und pfeift versuchsweise. Vielleicht Mitte, Ende vierzig.

Erkundigt sich bei mir nach Verschiedenem, meinem Photoapparat zum Beispiel. Beim Reden funkeln ihre blauen, mädchenhaften Augen, die in einem Gesicht liegen, an dessen Rand schon Zeit und Sorgen nagten. Ja, Tschüßi, wir wünschen Glück, kann man ja immer gebrauchen. Später steht sie unten und plaudert mit Kindern, die groß angelegte, gestische Kreidebilder auf den Asphaltweg malen. Streckt den Rücken, winkelt die Beine an und setzt gelassen ihren Weg fort.

sonne mit flugzeug, berlin im november

Ein weiblicher Flaneur. Signifikat ohne Signifikant.
Arbeitslose, die nichts haben ausser RTL und Schuldkomplexen könnten bei ihr die Kunst des Müßiggangs von der Pike auf lernen. Ich würde Vertretung machen wenn Sie mal verhindert ist, die Handwerker hat oder so.

10. November 2006
Kommentare:










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