Hightatras:
Tierreich
Ein Marienkäfer landet
Güldenes Licht einer geschmackvollen Stehlampe taucht das abendliche Arbeitszimmer in schummriges Zwielicht. Zu später Stunde bin ich im Begriff vermittels eines Computerprogrammes ein Dokument zu editieren. Ganz schön duster hier, tritt man nur einige Schritte vom Arbeitsplatz fort, so sieht man seine Hand kaum vor Augen. Da, eine Bewegung jenseits des Bildschirmes, ein kleines Tier ist auf dem anthrazitfarbenen Rahmen des neunzehnzolligen TFT-Displays gelandet, schüttelt kurz seine filigranen Flügelchen um sie sodann unter den zarten Chitinpanzerklappen zu verstauen.
Es handelt sich um einen nur wenige Millimeter messenden Marienkäfer, der einer im Bereich der Blumentöpfe lebenden Käferclique entstammt. Schon ein erstes Jungtier? Der warme Odem der Zentralheizung hat ihn zu diesem Ausflug, auf der Suche nach dem Licht, animiert. So, mach ich mal ein Fenster auf links oben, auf das ein recht helles Fleckchen entsteht. Da sitzt der jetzt und relaxt ein wenig, wenn ich das Fenster verschiebe, geht der auch zur Seite. Gleich mal wieder zurückgeschoben, man möchte ja kein schlechter Gastgeber sein, es soll ja behaglich sein.
23. Februar 2006Tja, die Stromrechnung wird wohl ab jetzt etwas höher ausfallen, nehme ich an. Sie werden den Rechner doch nicht herunterfahren!
Meinte Simon am 23. Februar 2006 um 23:51 UhrWenn die Raumtemperatur nächtens abfällt suchen die Tiere erfahrungsgemäß freiwillig den Schutz von Ritzen und Spalten um dort Nachtruhe zu halten. Der Rechner verfällt nach 20 Min Inaktivität ebenfalls in eine Art von Starre, der Monitor (Energieeffizienzklasse A) erlischt. Kein sehr gastlicher Ort für einen heranwachsenden Käfer.
BREAKING NEWS: Gerade hätte ich beinahe mit meinem Bürostuhl einen Marienkäfer überrollt. Schluck, nochmal Glück gehabt!