Hightatras:


Umfeld

Fuck the mainstream

Der Kellner wirft einen Blick auf die Uhr, dann einen prüfenden durch das große Fenster auf die Straße. Er trägt einen Stapel Aschenbecher in das Hinterzimmer der Gastwirtschaft, verteilt diese auf den Tischen, an denen sich die ersten Gäste Zigaretten anstecken oder fahrig in ihren Manteltaschen nach den Päckchen kramen. Das Lokal raucht. Weißweintrinkende Bürger, x-beliebige Typen mit quergestreiften Kapuzenpullis und englische Teenager-Touristen, die ganz oft fuck oder fucking sagen. Je nach Neigung und körperlicher Verfassung mit rebellenhaft funkelnder Miene der vermeintlich aufoktruierten Prohibition trotzend, in Knasterschwaden versunken, weichlich die Beine übereinanderschlagend oder mit Fluppe im Mundwinkel, großen Schrittes, leeren Blickes und stühleumwerfend zur Toilette taumelnd.
Voll unspießig und Punkrock wäre ja gewesen, mit pathetischer, alle Gespräche verstummen lassender Geste in die Mitte der Schankstube zu treten – Spot an – und vermittels Mobiltelefon die Polizei anzurufen, bezüglich einer exemplarischen, alle Register geltenden Rechts ziehenden Razzia. Doch ich wandte den Blick ab, griff still nach meiner Joppe und verließ den Ort des Verbrechens.

1. Februar 2008
Kommentare:

Ach nicht aufregen. Alles Pack.
Am Sonntag in einem Restaurant am Rhein. Kommt so ein 68 er in das Restaurant. Sitz ein Tisch von mir weg. Dreht Zigarette und fragt den kellner ob er hier rauchen dürfe. Das ich ihm gegenüber saß meinen neun Monate alten Sohn gerade fütterte, das wäre ihm egal gewesen.
ABer er musst zum Glück raus, sonst hätte der Wirt sein Geschäft ohne mein Geld betreiben müssen.

Meinte rollinger am 5. Februar 2008 um 10:26 Uhr










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