Hightatras:


Umfeld

Mein überaus widerwilliger Freitag abend mit Meg Ryan

Zu meiner Erbauung wurde die Stadt einmal tüchtig durchgepustet. Einige der verstoßenen Weihnachtsbäume hatte der böige Wind vor die Tür der Bäckerei gewirbelt. Drei junge Männer saßen leise grunzend — Schutz vor dem feuchten Wetter suchend — an der Haltestelle und tranken alkoholhaltige Limonade aus Einwegflaschen. Stunden später stellte ich fest, daß man mir in der Videothek — wohl versehentlich — eine andere DVD als von mir gewünscht ausgehändigt hatte. Was zunächst irrtümlicherweise wie eine zähe Vorschau dünkte, sollte sich später, zu meinem Verdruss, als abendfüllender Spielfilm mit Meg Ryan entpuppen, den ich mir in Selbstkasteiung bis zum voraussehbaren Schluß ansah. Die doofe Meg Ryan mit ihrem beschränkten Repertoire an stereotypen Gesichtsausdrücken, die sich stets wie ein waidwundes Reh gebärdet, das versucht eine pfiffige junge Amerikanerin zu verkörpern. Die Klimax des Lichtspiels wurde von schwarzen Helikoptern und maskuliner Rauhbeinigkeit in figurbetonter Camou-Bekleidung bestimmt. Roger, over and out.

15. Januar 2007
Kommentare:

Hättest Du mal Bescheid gesagt, dann hätten wir wenigstens lästern können.

Meinte kopffuessler am 19. Januar 2007 um 9:30 Uhr










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