Hightatras:


Warenwelt

Big Jim und Barbie kaufen ein

Wenn Produkte in geschlechtsspezifischen Ausformungen angeboten werden, sind diese fast immer in verschiedener Hinsicht doof. Dies stelle ich regelmäßig zum Beispiel beim Kauf von Laufschuhen fest, oder aktuell beim Anblick von im Handel feilgehaltenen Sportuhren. Digitaluhren für den Herrn weisen eine immer blödsinniger werdende Vielzahl von Funktionen auf, die über die reine Zeitmessung hinausgehen. Dieses mehrkönnen (GPS, Thermometer, e-mail) manifestiert sich zudem — trotz Mikroelektronik — in recht klobig kantigen Gehäusen nebst breiten Armbändern in khaki oder anthrazit. Sportuhren für die Dame verfügen lediglich über Basisfunktionalitäten (nur Zeitmessung) haben ein kleineres, organischeres Gehäuse mit schmalem Armband, sorgen also für ein optisch schlankes Handgelenk und sollen durch zumeist bonbonfarbene Gestaltungselemente emotional ansprechen. Apricot, bleu keine Ahnung wie das alles heißt. Die Modelle für die Dame sind bis 50 Meter wasserdicht, das vergleichbare Herrenmodell natürlich bis mindestens 100 Meter. Gibts die auch bis 150 Meter? Mal googlen.

Generell gilt: spezifisches Design für Männer zielt auf Peniserweiterung sowohl durch Form, Funktionsvielfalt als auch durch Geräuschentwicklung (z.B. Motorräder).
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Für die Dame eher weniger und dabei kleinere Knöpfe. Ein bißchen niedlich, transparent, irgendwie abgerundet gerne auch glitzernd. Im Bereich der Laufschuhe ist für den Herrn die Sohle gegenüber dem Damenmodell stets breiter, alles größer, praller, mit nach außen weisenden Noppen gar.
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Sportartikel für den Mann müssen immer, schon auf den ersten Blick, nicht besser aber sportlicher oder outdoorischer aussehen. Infantile Gestaltungsmerkmale jeweils bei Bambi und Transformers entlehnt. Im Baumarkt, bei den Elektrowerkzeugen, gibt es jetzt — zumindest für die einfacheren Tätigkeiten — auch Frauenmodelle. Eine kleine Schleifmaschine, primär für die Ecken, ganz drollig geformt, die heißt dann auch Schleifmaus (uhh, how cute is that?) und hat ein Gelkissen im Griff. Wir Männer hingegen wollen die volle Performance. Dreck und Vibrationen, die sich ungedämpft auf unsere Hände übertragen, wenn wir ein Werkstück so formen wie unser Plan es vorsieht. Stabile Griffe (bulky), dicke schwarze Kabel, hohe Leistungsaufnahme und das alles in einem recht großen Koffer. So, Mahlzeit. Bestimmt zerbrechen sich irgendwelche Designer derzeit den Kopf, wie eine Flex oder Kreissäge für Frauen beschaffen sein könnte, oder ein spezielles Bügeleisen für den Herrn, damit dieser sich bei der Verwendung nicht so tuntig vorkommt.

24. August 2006
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