Hightatras:


Warenwelt

Kontextsensitive Werbung

Manchmal stelle ich mir Fragen, die ich kurzzeitig berechtigt aber auch etwas befremdlich finde: Was macht eigentlich ein landesweit operierender Telefondienstleister, sollte das ihn bewerbende Model mal vom Auto überfahren werden oder beim Fensterputzen höchst unglücklich in eine Glasscheibe stürzen? Hat die noch 'ne Zwillingsschwester?
Ich fuhr nämlich am gestrigen Abend mit der Stadtbahn an einer werblichen Maßnahme vorüber. Ein steinernes Tor, welches sich über einen sehr schönen – wenn nicht gar den schönsten – Westberliner Prachtboulevard spannt, wird, da zur Zeit Wartungsarbeiten an der wohl vom Zahn der Zeit marode gewordenen Bausubstanz durchgeführt werden, von einer farbig bedruckten Plane umhüllt, welche ein sich plakativ verführerisch räkelndes Keyvisual vorstellt – eine überlebensgroß, geradezu godzillahaft in den Nachthimmel ragende Blondine, um deren ranken Leib eine bald jugendstilartig flatternde rote Schärpe drapiert wurde und die vermittels weiblicher Reize, den zwischen ihren recht langen und schlank geformten Beinen durchrasenden Kraftfahrern, ein Komplettpaket, bestehend aus Telefonie und schier unbegrenztem Zugang zu einem modernen Computernetzwerk schmackhaft zu machen trachtet. Pikanterweise buhlen nun aber auch am Fuße des Tores – beiderseits der recht frequentierten Fahrbahn – vergleichsweise zwergenhaft anmutende Prostituierte ihrerseits, mit weitaus weniger gigantischen, wenn auch realen Mitteln um die Gunst hormonell entsprechend eingestellter Fahrzeugführer.

20. Februar 2008
Kommentare:

Was in einem solchen Fall passieren kann, hat der mexikanische Film Amores perros mal durchgespielt.

Meinte percanta am 20. Februar 2008 um 20:36 Uhr

Alice In Chains - Heaven Beside You

Ansonsten: bißchen zahm geworden? Naja, der Frühling und die Milde, die er bringt.

Meinte Cara am 20. Februar 2008 um 21:02 Uhr

Altersmilde auch. Und eine große Liebe für das Universum erfüllt mich.

Meinte No am 20. Februar 2008 um 21:16 Uhr










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