Hightatras:
Warenwelt
Portobetrug: Kavaliersdelikt oder organisiertes Verbrechen?
Hab ich neulich diverse Bücher bestellt im Internet, antiquarisch müssen Sie wissen. Der Versand sollte vier Euro kommen. So, nun handelt es sich aber tatsächlich um eine Büchersendung: macht einsvierzich. Diese Info entnahm ich mit Bestürzung dem an der Sendung befestigten Postwertzeichen. Verdien' ja diese Brüder mehr dran als wie an der Ware selbst. Da lehm die von, unzwa nicht schlecht!
30. August 2007
Kann man so oder so sehen. Versandkosten bestehen ja aus mehr als nur dem Porto für die Marke. Da kommt noch der Umschlag (oder das Paket) hinzu, Tintenstrahldruck- oder Kugelschreiberverschleißkosten für die Rechnung und zur Post muss man ggf. auch noch irgendwie hinkommen, die bemühen sich ja neuerdings um die Schließung sämtlicher Filialen bzw. reißen die Postkästen reihum ab wie man es sonst nur von motorisierten, baseballschlägertragenden Jugendlichen aus Rabaukenfilmen der 60er Jahre her kennt. Da kann man vier Euro schon für gerechtfertigt halten, also heutzutage, unter all diesen Umständen.
Meinte Simon am 30. August 2007 um 21:25 UhrJa, nee, und wie macht das Quelle — oder besser Amazon? Kostet 3,95 und ist tatsächlich ein Päckchen oder bei Amazon sogar kostenlos manchmal. Kann man nicht mal behaupten, daß das in den Warenwert eingepreist wurde, da Bücher ja wohl immer noch preisgebunden sind. Die haben eben keine Filialen und somit auch kein Verkaufspersonal, Reinigungskräfte usw zu bezahlen.
Versand-Antiquare allerdings auch nicht, die denken trotzdem, sie können das so betrügerisch handhaben. Aber das sind ja bekanntlich auch alles alte Hippies, deren lange und ekelhaft verfilzte Bärte ganz gelb sind von den vielen selbstgedrehten Zigaretten, die die den ganzen Tag rauchen aus Gram über ihre ansonsten beschissene Handelsspanne. Kann ich ja auch nichts dafür.
Dass es genau vier Euro sind, die die Halunken verlangen, ist kein Wunder, da kriegt man ja gerade noch den zur Erhaltung der Bartfarbe nötigen Tabak nebst Blättchen. Die nächsten Bücher sollten Sie also unbedingt noch vor der nächsten Tabaksteuererhöhung bestellen, das organisierte Verbrechen schläft nicht. Zu Amazon jedenfalls kommt die Post angefahren statt umgekehrt, der Schritt fällt also schon mal weg. Ist ja auch ein Sache des, ähh, Images, also horrende Versandkosten kann ein nörgelnder Antiquar eher verlangen als Amazon beispielsweise, die verkaufen so unglaublich viel, dass sie in ihrer Güte ab und an ein paar Bonbons springen lassen können, während der Hippie so dermaßen auf jeden Cent angewiesen ist, dass sein Geschäftsmodell mehr und mehr von vermeintlichen Kavaliersdelikten bestimmt wird.
Meinte Simon am 30. August 2007 um 22:53 Uhr