Cumuluswolken, die Ränder gleissend weiß von der Sonne, kaltgrau ihr Kern wie Schiefer, im Ohr rechts tatütata und bezechte Kehlen verherrlichen einen Fußballverein. Plötzlich — vorher sprang ein Hund an der Leine nervös im Kreis, die Augen angsterfüllt, das Fell noch struppig vom Bade — verfinsterte sich die Sonne als wollte es Nacht werden, Blitz und Donner, die Wipfel der Bäume gingen im Wind und es begann zu hageln als schickte der Himmel Persil Megaperls, Kichererbsen, dann die Eier sehr kleiner Vögel (solche Finken beispielsweise), einige geschossartig und schartig auf der Kapuze trommelnd, dann wieder glitzernde Sonne und ein Regenbogen stand vor den tintigen Wannseewolken, satt und gebeugt. Alles auf einmal.
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Ein Kleinwagen in gedeckter Lackierung, der in einem abgelegenen Hohlweg geparkt ist. Aus dem Dunkel des Wageninneren beobachtet ein Mann in den besten Jahren einen trostlos menschenleeren Hauseingang. Zu seiner Unterhaltung erschallt Hardrock in gedämpfter Lautstärke. Vermutlich ein stümperhaft getarnter, ziemlich unglamouröser Privatdetektiv bei der Arbeit. Ein Profi würde sein ermittlerisches Wirken in dieser Situation selbstverständlich mit Kiffen oder Geschlechtsverkehr kaschieren. Als ich gestern Nacht einmal beschloß mir selbst ein Bild des durch Deutschland tobenden Orkans Kyrill zu machen, von dem der Rundfunk zu berichten nicht müde wurde, zu diesem Behuf das Küchenfenster öffnete und mir der Wind recht erquicklich um die Nase wehte, war ich angenehm überrascht von der vorzüglichen, luftkurortartigen Frische des Orkantiefs, die hier sehr treffend mit dem Genuß eines wirksamen Halsbonbons verglichen wird. Mit beachtlicher Amplitude neigte sich die hochaufgeschoßene Tanne in Nachbars Garten mir entgegen. Weitere potentielle Gefahren, waren selbst bei eindringender, sensationsgeiler Betrachtung nicht auszumachen.
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Zu großer Hitze gesellt sich eine anhaltend niedrige Luftfeuchtigkeit. Lag der relative
Feuchtigkeitsgehalt der Berliner Luft im Jahre 2004 laut Statistik noch bei 73%, liegt der Wert aktuell bei 46%. Demnach ist, wenigstens statistisch, im Jahr 2008 mit einer Luftfeuchte von 27% zu rechnen. Schluck! Das Land wird zur Steppe. Unerfreuliche mittelfristige Prognosen im Großen und konkretes Leid im Kleinen schon heute. Zum Skizzieren, sowie zur Beschriftung von Kuverts und Pappkartons, halte ich in meiner Schreibtischschublade ein schönes Sortiment Filzschreiber in mannigfaltiger Form- und Farbvielfalt bereit, es gilt, Strichstärke und Farbe, stets der Größe, beziehungsweise Farbe des zu beschriftenden Objektes anzupassen. Oberflächlich betrachtet chaotisch wirkende Notizen, gliedere ich häufig farblich mit Finelinern von Stabilo (einem hermetischen und recht komplexen Farbcodierungssystem folgend). Ferner verwende ich Textmarker in grellem Gelb, sowie breite Filzer der Marke Edding usw. Alle eingetrocknet! Nur noch hässliches, gänsehautverursachendes Kratzen auf dem Papier. Die Klimakatastrophe bemächtigt sich meines Schreibtisches.
Wegen des Wetters rumzujammern ist ja im weiten Feld der Wehleidigkeit das Maximum der Sinnlosigkeit, andererseits ist, wer im Gespräch keinen Standpunkt zur Wetterlage beziehen kann, mutmaßlich kommunikativ unfähig, wenn nicht sogar kein Gentleman. Ich schätze alle Jahreszeiten. Sowohl brütende Hitze als auch klirrende Kälte haben ihre jeweils eigene Schönheit. Müsste ich in subtropischem Klima oder Permafrost leben, so würde mir irgendwann der gefühlte Kontrast fehlen. Ideal ist boreales Klima in schöner Lage.
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Düstere Wolkenwände, wie aus einem niederländischen Landschaftsbild, ziehen gestreckt über die regnerische Stadt hinweg, ostwärts am Horizont liegen die weißen Plattenbausiedlungen im Sonnenlicht. Die Frau in der roten Regenjacke steht auf dem Gipfel des Rodelberges und bläst in eine kleine Kindertrompete. Der von dem Instrument erzeugte quäkende Ton dient der Kommunikation mit einem Rehpinscher, dessen Erscheinen damit veranlasst werden soll. Das ziellos auf halber Höhe der Rodelbahn umherirrende Tier wurde von der fürsorglichen Besitzerin, mit einer tarnfarbenen Hundedecke bekleidet, um das Fell vor dem drohenden Niederschlag zu schützen. Genau genommen ist es ein regelrechter Camou-Hundeanorak, mit der Option bei Bedarf eine praktische Hunde-Kapuze auszuklappen.
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Durch die geöffneten grün-grauen Vorhänge fällt der Blick über die jüngst verblühten Rhododendronpflanzungen des Gartens, die vom Gärtner geschaffene Sichtachse verschmilzt bald mit dem vom Nebel durchquellten Tal. Über allem erdigen, satten Nass erhebt sich das nun noch einmal violett-orange, erhaben illuminierte Massiv. In den Schründen ist der Niederschlag als Schnee geblieben. Von köstlicher, kühler Reinheit ist die späte Luft, die vom tannenrauhen Grunde hochgespült wird. Jäh bricht das Licht der schon sinkenden Sonne durch die von entfernter Luftbewegung in alle Richtungen zerstäubenden blau-schwarzen Regenwolken.
In der Nacht wachte ich durch einen gleißenden Blitz und unmittelbar folgenden Donner auf. Der Blitz schlug in unmittelbarer Nachbarschaft ein und ließ die Fensterscheiben erzittern. Ich verbinde mit Gewitter, wenigstens in der Erinnerung, nur angenehmes auch wenn manchmal durchaus eine bedrohliche Komponente mitschwang. So erinnere ich mich an einen plötzlichen Wettersturz in den Schweizer Bergen, mit Starkregen, daraus folgender geringer Sichtweite und heftigem Gewitter. Gischtartiger Regenwind wurde von Blitzen irreal erleuchtet.
Trotzdem die Situation objektiv gefährlich war, empfand ich das Erlebnis eher als angenehm aufregend, Tod durch Blitzschlag ist ein gängiges Unglück in den Alpenländern, wie mein Wanderkamerad später zu berichten wusste.
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