Hightatras:
Witterung
Schneematsch, die große Koalition unter den Wetterlagen
Wegen des Wetters rumzujammern ist ja im weiten Feld der Wehleidigkeit das Maximum der Sinnlosigkeit, andererseits ist, wer im Gespräch keinen Standpunkt zur Wetterlage beziehen kann, mutmaßlich kommunikativ unfähig, wenn nicht sogar kein Gentleman. Ich schätze alle Jahreszeiten. Sowohl brütende Hitze als auch klirrende Kälte haben ihre jeweils eigene Schönheit. Müsste ich in subtropischem Klima oder Permafrost leben, so würde mir irgendwann der gefühlte Kontrast fehlen. Ideal ist boreales Klima in schöner Lage.
Hier herrschen momentan nächtens Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, tagsüber Schneeregen bei knapp über Null, und es wird perspektivisch erst mal so bleiben. Regnerisch, bewölkt, mal warm, mal kalt einfach schrecklich. Angetautes Eis und windiges Schneetreiben mit großen nassen Flocken. Überall braungraue Pfützen, darin schwimmende matte Eisstücke, missgelaunte Passanten, die sich vor nahenden, Matsch verspritzenden, Autos in Sicherheit zu bringen versuchen. Widerliche Pampe, die nachts zu dreckigem Eis erstarrt. Kümmerliche Reste von grauen Schneeflächen, darunter vollgesogene abgestorbene Grünmasse und Schlamm. Kündigt sich der Frühling auf dem Lande mit Krokussen und dampfender Erde an, ist der Städter zunächst mit den im verflossenen Weiß verborgenen Abfällen der letzten Monate konfrontiert: aufgeweichte Silvesterknaller und durch Schmelzwasser hydrierte Exkremente von Hunden. Letzteres in gigantischen Mengen. Ein Potpourri des Grauens bei gefühlter Temperatur von mindestens vier Grad unter objektiver Temperatur. Die subjektive Klimakatastrophe ist die Ausweitung des Aprilwetters auf mehrere Monate.
Im übrigen könnte auch der motorisierte Individualverkehr abgeschafft werden und asozialen Hundebesitzern mindestens zehn Jahre Zuchthaus in Aussicht gestellt werden. So.
das musste mal gesagt werden!
Meinte Dings am 10. Februar 2006 um 18:59 Uhr